Mutter
  [nicht mehr im Kino - Release: 12. September 2002]
   
 

Von Mikl√≥s Gimes • Erz√§hlt wird das bewegte Leben der 80j√§hrigen Alice Gimes, meiner Mutter, welche alle Lucy nennen. Ein gespaltenes Leben: Die eine H√§lfte in Ungarn, die andere in der Schweiz. Die eine H√§lfte in der Wirklichkeit, die andere in einer Traumwelt, um die Wirklichkeit ertragen zu k√∂nnen.

Zu Beginn eine sch√∂ne Jugend in S√ľdungarn, dann der Einbruch der Geschichte, ein Sturm, der ihr ganzes Leben durcheinanderwirbelt. Lucy entkommt der Deportation nach Auschwitz, sie engagiert sich in der kommunistischen Bewegung, heiratet meinen Vater, den linientreuen Journalisten Mikl√°s Gimes, der sp√§ter als f√ľhrender Kopf des Ungarnaufstandes von 1956 hingerichtet wird. Lucy Gimes flieht in die Schweiz, stellt sich allein mit ihrem kleinen Sohn dem Leben in der Emigration.

Seit dem Ende des Kalten Kriegs kehrt meine Mutter regelm√§ssig nach Ungarn zur√ľck, wo mein Vater heute als M√§rtyrer verehrt wird. Doch ihr Leben kommt nicht zur Ruhe. In Ungarn taucht eine Geliebte meines Vaters auf, die den Platz an seiner Seite beansprucht. Gleichzeitig wird sie mit unangenehmen Fragen √ľber ihre Rolle w√§hrend der kommunistischen Periode konfrontiert. Manchmal fragt sie sich, wie hoch der Preis daf√ľr ist, im Leben die richtige Seite zu finden.

Im hohen Alter muss Lucy Gimes die Geschichte ihres Lebens neu schreiben. F√ľr mich aber, der ihre Geschichte erz√§hlt, √∂ffnet sich eine neue Welt: Der Zauber und die Last der Vergangenheit. (Mikl√≥s Gimes)


© 2022 Frenetic Films

VERLEIH: Frenetic Films

 

REGIE:
Miklós Gimes
PRODUKTION:
Marcel Hoehn
DREHBUCH:
Miklós Gimes
KAMERA:
Pio Corradi
SCHNITT:
Gion-Reto Killias

LAND:
Schweiz
JAHR: 2002
LÄNGE: 95min