Apples / Mila
  [Riffraff 2 • Sa/So 14.30 Griech/d • 16/14]
   
 

Apples • Eine eigenartige Epidemie sucht Griechenland heim. M√§nner wie Frauen verfallen einem akuten Ged√§chtnisverlust und landen in einer spezialisierten Klinik. Wenn sie dort niemand abholt, k√∂nnen sie sich einer Therapie unterziehen, bei der es gilt, eine eigene Identit√§t neu zu erschaffen. Dieser Erstling macht Christos Nikou zu einem Namen, den man sich merken sollte.

Wir haben alle einen Lockdown hinter uns plus eine zweite Phase des teilweisen Lahmliegens von √Ėffentlichkeit. Der Grieche Christos Nikou konnte nicht ahnen, dass die Realit√§t seine Fiktion so rasch einholt. Er erz√§hlt in seinem Regieerstling von Aris, einem eher einsam wirkenden Mann mittleren Alters, der eines Tages nicht mehr weiss, wer er ist und wo er hingeh√∂rt. Am Ort, an dem man ihn betreut, macht man Tests und ordnet seinen Ged√§chtnisverlust einem Ph√§nomen zu, das sich breitgemacht hat und von dem viele betroffen sind. Eine Therapie soll auch Aris helfen, wieder zu sich zu kommen, oder muŐąsste man sagen: Ein neues Sich zu finden? Der von Erinnerung Unbelastete kann, wenn man das positiv betrachten will, neu anfangen. Es gibt sogar ein Programm, das ihm beim Aufbau eines Bewusstseins helfen soll; Aris bekommt banale Aufgaben geliefert, die er erfuŐąllen und zu denen er mit einer Instantkamera jeweils ein Bild festhalten soll: Fahrradfahren, Kinobesuch, Ausgang. √úber die Aufgaben bilden sich neue Erinnerungen und, wer weiss, so etwas wie eine Identit√§t. Aris ist nicht allein, auch das geh√∂rt zu seinen Lernschritten. Da taucht eine Anna auf, die das gleiche Regenerations-Programm durchl√§uft. Kannten sich die beiden vor dem Ged√§chnisverlust? Oder passen sie zusammen? Schaffen einfache Erfahrungen eine neue Identit√§t? Definiert diese sich uŐąbers Erinnern? Der Spielfilm aus Griechenland provoziert Fragen und wirkt mit unserer Pandemieerfahrung noch amuŐąsanter, als er es ohnehin ist. Der Humor, der ihn pr√§gt, ist aber ein lakonischer und stiller. Wir sind eingeladen zu Betrachtungen einer surrealen Welt, von der wir inzwischen wissen, dass sie so surreal nicht ist, und vor allem: Unsere eigene Welt kann schlagartig recht surreal werden.


© 2021 trigon-film

VERLEIH: trigon-film

 

REGIE:
Christos Nikou
PRODUKTION:
Iraklis Mavroeidis
Angelos Venetis
Aris Dagios
Nikos Smpiliris
Christos Nikou
CAST:
Aris Servetalis
Sofia Georgovasili
Anna Kalaitzidou
Argiris Bakirtzis
DREHBUCH:
Christos Nikou
Stavros Raptis
KAMERA:
Bartosz Swiniarski
SCHNITT:
Giorgos Zafeiris
TON:
Leandros Ntounis
Saso Kalan
Tom Lemajic
Kostas Koutelidakis
MUSIK:
The Boy

LAND:
Griechenland
JAHR: 2020
LÄNGE: 90min