Timbuktu
  [nicht mehr im Kino - Release: 18. Dezember 2014]
   
 

Ein Film von Abderrahmane Sissako • Die von Mythen umwobene malische Stadt Timbuktu wird von Dschihadisten ├╝bernommen, die ihre Vorstellungen des Lebens mit Mitteln von Gewalt und Einsch├╝chterung der muslimischen Bev├Âlkerung aufzwingen wollen. Diese lebt zwar l├Ąngst nach den Regeln des Korans und sieht sich mit einem Mal Vorschriften gegen├╝ber, die mit ihrem Glauben nichts zu tun haben. Abderrahmane Sissako zeichnet seine religi├Âse Extremisten ganz bewusst nicht als ├╝ble Kerle, sie sind vielmehr ein bunt zusammengew├╝rfelter Haufen von Fanatikern, unf├Ąhig, im Alltag zu bestehen und voll von Widerspr├╝chen. Sie kommen von ├╝berall her und haben mitunter M├╝he, einander zu verstehen - sie sprechen offensichtlich nicht alle die gleiche Sprache, viele verstehen nicht einmal Arabisch. F├╝r die Menschen in Timbuktu ist es nicht nachvollziehbar, warum sie nicht mehr rauchen, musizieren oder Fussballspielen sollen, warum selbst die Fischverk├Ąuferin auf dem Markt Handschuhe tragen muss. Zu den Glanzpunkten dieses federleicht daherkommenden Films ├╝ber die Trag├Âdie religi├Âsen Fundamentalismus' geh├Ârt ein Fussballspiel ohne Ball. Bravour├Âs erz├Ąhlt Sissako in atmenberaubenden Bildern und einer Sanftheit, die das Drama, das er betrachtet, erst recht hervorhebt. Urspr├╝nglich wollte er einen dokumentarischen Essay ├╝ber die Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus in der Gegend der malischen Stadt Timbuktu gestaltet, doch nachdem er vor Ort die Steinigung eines ehebrecherischen Paares durch die Extremisten erlebt hatte, entschied er sich daf├╝r, einen Spielfilm zu drehen. Keine Schwarzweiss-Malerei, wie sie sich einzelne Filmjournalisten in Cannes wohl gew├╝nscht h├Ątten, daf├╝r eine Betrachtung voller Poesie, die er der schieren und kopflosen Gewalt entgegensetzt. Die Filmjournalistinnen waren begeistert. Zurecht, wie uns scheint.


© 2018 Trigon Film

VERLEIH: Trigon Film

 

REGIE:
Abderrahmane Sissako
PRODUKTION:
Sylvie Pialat
CAST:
Pino Desperado
DREHBUCH:
Abderrahmane Sissako
Kessen Tall
KAMERA:
Sofian El Fani
SCHNITT:
Nadia Ben Rachid
TON:
Roman Dymny
MUSIK:
Amin Bouhafa
AUSSTATTUNG:
Sebastian Birchler

LAND:
Mali
JAHR: 2014
LÄNGE: 100min