Teza
  [nicht mehr im Kino - Release: 19. November 2009]
   
 

Ein Film von Haile Gerima • Nachdem Anberber einige Jahre in Deutschland Medizin studiert hat, kehrt er nach ├äthiopien zur├╝ck und findet das Land seiner Kindheit in Aufruhr. Sein Traum, das Gelernte in ├äthiopien anzuwenden, ist durch die Junta Mengistus in Frage gestellt, weil diese die Intellektuellen f├╝r ihre politischen Ziele missbrauchen will. Erinnerungen aus der Kindheit tauchen auf, ganz besonders, nachdem Anberber nach einer weiteren Abwesenheit mit einer Verletzung heimkehrt. Eine beeindruckende Reise durch die Zeiten.

Der in den USA lebende ├äthiopier Haile Gerima, Filmemacher und Philosoph, erz├Ąhlt in seinem Spielfilm Teza bis zu einem gewissen Grad auch seine eigene Geschichte, wenn er den jungen Anberber seine Heimat verlassen l├Ąsst, um in Europa zu studieren. F├╝r Gerima waren es die USA, aber das Unterwegssein, das Heimkehren, das Fremdsein h├╝ben wie dr├╝ben, das kennt er selber bestens. Aus den USA heraus l├Ąsst sich ein kompromissloser Film wie dieser nicht finanzieren, also st├╝tzte sich Gerima auf einen deutschen Produzenten und siedelte einen Teil der Geschichte in Deutschland an. Das Land der Fremde kann an vielen Orten sein.

In Teza betrachtet Haile Germia am Schicksal von Anberber die j├╝ngere Geschichte seiner Heimat aber auch das menschliche Drama, das sich in dieser Geschichte abspielt. Der Film vereint die Erfahrungen einer ganzen Generation, in der viele Hoffnungen zerst├Ârt worden waren. ├äthiopien durchlebte nach der Regierung von Haile Selassie in den 1970er Jahren eine ├Ąusserst turbulente Phase, in der Fundamentalismus mit kommunistischer Eti-kette das Land terrorisierte und verfolgt wur-de, wer nicht linientreu nickte. Teza f├╝hrt uns in R├╝ckblenden in verschiedene Zeiten im Leben seiner Hauptfigur vor Augen, wie leicht der Mensch von Ideologen vergessen wird, wie sich Mechanismen wiederholen, wie rasch einer fremd sein kann in seiner eigenen Um-gebung und wie schwierig der Alltag in einem von Vorurteilen gepr├Ągten Umfeld ist, egal wo auf der Welt. Eingebettet in archaische Landschaften ├äthiopiens klammert Haile Gerima den Schmerz nicht aus, den die Menschen da durchlebt haben. Die grosse Geschichte k├╝mmert sich nicht um die kleinen (Lebens)-Ge-schichten, aber sie sind das, was wir alle durchleben. Einer der eindr├╝cklichsten Filme aus Afrika und ein Film auch ├╝ber Europa.


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VERLEIH: trigon-film

 

REGIE:
Haile Gerima
PRODUKTION:
Philippe Avril
Karl Baumgartner
Haile Gerima
CAST:
Abvetedla
Aaron Arefe
DREHBUCH:
Haile Gerima
KAMERA:
Mario Masini
SCHNITT:
Haile Gerima
Loren Hankin
TON:
Martin Langenbach
MUSIK:
Vijay Iyer
Jorga Mesfin
AUSSTATTUNG:
Seyum Ayana
Patrick Dechesne
Alain-Pascal Housiaux

LAND:

Deutschland
Frankreich
JAHR: 2008
LÄNGE: 140min