Salvador Allende
  [nicht mehr im Kino - Release: 25. November 2004]
   
 

Ein Film von Patricio Guzm√°n • Der 11. September 1973 ist ein denkw√ľrdiges Datum: An diesem Tag wurde in Chile durch den US-amerikanischen CIA der demokratisch gew√§hlte Pr√§sident Salvador Allende gest√ľrzt, die Demokratie durch eine der brutalsten Milit√§rdiktaturen des 20. Jahrhunderts ersetzt. Der Chilene Patricio Guzm√°n hat diese Zeit als junger Filmemacher erlebt und in mehreren Filmen thematisiert. Jetzt n√§hert er sich in einem sehr pers√∂nlichen und einf√ľhlsamen Portr√§t der Figur Salvador Allendes, der zu den raren integren Pers√∂nlichkeiten auf dem politischen Parkett geh√∂rte. Guzm√°n zeichnet mit eindr√ľcklichem Bildmaterial den politischen Aufstieg Allendes bis hin zum Selbstmord vor dreissig Jahren nach.

"Ein Land ohne dokumentierte Geschichte ist wie eine Familie ohne Familienfoto. Eine inhaltslose Erinnerung", sagt Patricio Guzm√°n. Und man m√∂chte diesen Ausspruch angesichts des Schicksals von Salvador Allende und der gegenw√§rtigen Weltlage erg√§nzen: Eine Welt ohne dokumentierte Geschichte ist wie eine Familie ohne Familienfoto. Denn was sich 1973 in Chile ereignete spielt sich derzeit anderswo wieder ab: Die Einmischung wirtschaftlicher und milit√§rstrategischer Interessen der USA in andere souver√§ne L√§nder. Zum Eindr√ľcklichsten in diesem Film geh√∂ren sicher die √Ąusserungen des US-Botschafters von Santiago anfangs der 70er Jahre, der zur√ľckblick und schildert, wie systematisch die Demokratie zun√§chst gest√∂rt und dann mit Waffengewalt vernichtet wurde. Am Ende wurde sogar der eigene Botschafter √ľbergangen.

Im Zentrum von Guzm√°ns Film steht aber mit Salvador Allende ein Politiker, der sich mit seinem ganzen Leben dem Wohl seines Volkes gewidmet hat, der kein Dogmatiker war und ein offenes Ohr hatte f√ľr die Menschen in seinem Land. Einige der Fotografien und Dokumente √ľber den Pr√§sidenten hatte dessen Amme √ľber 17 Jahre lang in der Erde vergraben versteckt gehalten, weil die H√§scher Pinochets Menschen und Material vernichteten, um Erinnerungen auszul√∂schen und andere Ideen. Wie ein Arch√§ologe begibt sich der Regisseur auf die Suche nach den Ruinen der Vergangenheit, nach den Mauern, auf denen das chilenische Volk damals seine revolution√§ren Ideen zum Ausdruck brachte und die heute unter einer dicken Schicht des Vergessens liegen.


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VERLEIH: Trigon Film

 

REGIE:
Patricio Guzm√°n
PRODUKTION:
Jacques Bidou
CAST:
Salvador Allende
Fidel Castro
Henry Kissinger
Richard Nixon
Augusto Pinochet
DREHBUCH:
Patricio Guzm√°n
KAMERA:
Patricio Guzm√°n
Julia Munoz
SCHNITT:
Claudio Martínez
TON:
Jean-Jacques Quinet
MUSIK:
Jorge Arriagada

LAND:
Belgien
Chile
Frankreich
Deutschland
Spanien
Mexiko
JAHR: 2004
LÄNGE: 100min