Lost in La Mancha
  [nicht mehr im Kino - Release: 28. August 2003]
   
 

Ein Film von Keith Fulton & Louis Pepe • Lost in La Mancha ist möglicherweise der erste Dokumentarfilm ĂĽber ein 'Un-Making- Of'. In einem Genre, dessen Existenz darauf grĂĽndet, einen Film vor seinem Start systematisch zu bewerben, wartet Lost in La Mancha mit einem ungewöhnlichen Dreh auf: Ein Film ĂĽber einen Film, den es nicht gibt. Statt einem keimfreien Blick hinter die Szenen, bietet Lost in La Mancha einen einzigartigen und tiefen Einblick in die harte Realität des Filmemachens. Mit seinen Dramen, die von persönlichen Konflikten bis hin zu epischen StĂĽrmen ein breites Spektrum abdecken, ist dieses Werk ein Dokument ĂĽber das Scheitern eines Filmprojekts.

Als im September 2000 die Kameras Terry Gilliams Adaption von Don Quixote zu drehen begannen, blickte die Produktion bereits auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück, unter anderem auf eine zehnjährige Entwicklungsgeschichte, eine Serie von Produzenten und zwei frühere Versuche, mit der Verfilmung zu beginnen. Gilliam hatte das schier Unmögliche geschafft und das 32-Millionenbudget ausschliesslich innerhalb Europas aufgetrieben – ein Bravourstück, das ihm Freiheit von den die Kreativität einschränkenden Hollywood-Restriktionen garantierte. Diese Tour-de-Force erinnerte in gewisser Weise an Gilliams Karriere: Sein mehr als 15 Jahre dauernder Kampf gegen die Hollywood-Maschinerie hatte ihm, wie Don Quixote, den Ruf eines visionären Träumers eingebracht, der sich mit gigantischen Mächten anlegt.

Lost in La Mancha fängt das ganze Drama dieser Geschichte in bester Dokumentarfilmtradition durch unmittelbares 'Vérité-Filmmaterial' und Interviews an Ort und Stelle ein. Gilliams Pläne für den nicht existierenden Film werden durch die von Koautor Tony Grisoni und Gilliam persönlich synchronisierten Animationen seines Storyboards und ihre Erzählungen lebendig. Zusammen mit den Aufnahmetests der Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller und den Aufnahmemuster der nur sechs Tage dauernden Produktion vermittelt Lost in La Mancha eine quälend verführerische Idee des cineatischen Spektakels, das Quixote hätte sein können.

Lost in La Mancha ist weniger eine Studie über Filmemacher bei der Arbeit, sondern vielmehr ein eindrückliches Drama über die Zerbrechlichkeit, die jedem kreativen Prozess innewohnt – eine fesselnde Studie darüber, wie selbst mit einer unbegrenzten Menge an gutem Willen und Passion das künstlerische Bestreben ein nicht umsetzbarer Traum bleiben kann.


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VERLEIH: Frenetic Films

 

REGIE:
Keith Fulton
Louis Pepe
PRODUKTION:
Rosa Bosch
Andrew J. Curtis
Lucy Darwin
CAST:
Terry Gilliam
Jeff Bridges
Johnny Depp
DREHBUCH:
Keith Fulton
Louis Pepe
KAMERA:
Louis Pepe
SCHNITT:
Jacob Bricca
TON:
Michael Kowalski
MUSIK:
Miriam Cutler
AUSSTATTUNG:
Benjamín Fernández

LAND:
England
USA
JAHR: 2002
LÄNGE: 93min