Le grand voyage
  [nicht mehr im Kino - Release: 02. Juni 2005]
   
 

Ein Film von IsmaĂ«l Ferroukhi • In einer Zeit, in der mit religiösen Phrasen wieder Kriege gefĂĽhrt werden, leistet der Spielfilm des gebĂĽrtigen Marokkaners IsmaĂ«l Ferroukhi etwas ungemein Wichtiges und Wohltuendes: Er lädt uns ein auf eine Reise vom Okzident in den Orient, vom Christentum in den Islam, vom französischen Aix en Provence nach dem saudiarabischen Mekka. Der Regisseur erzählt aus einer eigenen Erfahrung heraus allgemein GĂĽltiges.

Was ist der Okzident, was ist der Orient? Was verbindet die beiden, was trennt sie? Ferroukhi schafft mit seinem Roadmovie, das einer traumhaften Strecke folgt, eine Innenansicht, mit der er zwei sperrige Figuren einander näher bringt und dann, über ihre Annäherung und die Annäherung in der geographischen Distanz, zwei Welten. Der alte Mann, der da seinen Sohn nötigt, ihm den Wunsch des Lebens zu erfüllen, ihn auf seiner einzigen Reise nach Mekka zu begleiten, wirkt am Anfang nicht weniger verstockt als der Junge, der seine Freundin zurücklassen muss und an einen Pilgerort gehen soll, der ihn nicht interessiert. Allein über die Konstellation wird deutlich, wie wenig die Religionszugehörigkeit eines Menschen etwas über seine Gläubigkeit aussagen muss. Die grosse Stärke dieses kleinen Roadmovies ist weit mehr noch als die äussere Reise von Europa nach Asien die innere Reise zweier unterschiedlicher Menschen gleichen Ursprungs. Sie führt beide näher zu sich und zu einander.

Ein Roadmovie, das die weiten Landschaften und Städte Italiens, Sloweniens, Kroatiens, Serbiens, Bulgariens, der Türkei, Syriens, Jordaniens und schliesslich Saudi-Arabiens in poetischen Bildern einfängt und nicht zuletzt durch Hauptdarsteller Nicolas Cazalé beeindruckt. Ausgezeichnet als bester Erstling in Venedig 2004.


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VERLEIH: trigon-film

 

REGIE:
Ismaël Ferroukhi
PRODUKTION:
Humbert Balsan
CAST:
Nicolas Cazalé
Mohamed Majd
Jacky Nercessian
Ghina Ognianova
Kamel Belghazi
Atik Mohamed
DREHBUCH:
Ismaël Ferroukhi
KAMERA:
Katell Djian
SCHNITT:
Tina Baz
TON:
Xavier Griette
MUSIK:
Fowzi Guerdjou
KOSTÜME:
Christine Brottes

LAND:
Frankreich
Marokko
JAHR: 2004
LÄNGE: 108min