Henri Cartier-Bresson - Biographie eines Blicks
  [nicht mehr im Kino - Release: 22. Mai 2003]
   
 

Ein Film von Heinz BĂĽtler • «Genau beobachten» – «schnell abdrĂĽcken» – «abhauen»: So lautet das Berufscredo von Henri Cartier-Bresson, das am Anfang von Heinz BĂĽtlers Film ĂĽber den französischen Meisterfotografen steht. FĂĽnfundneunzig Jahre alt wird Cartier-Bresson dieses Jahr und wenn es etwas gibt, das er nicht mag, sind es Interviews. Vor allem solche ĂĽber seine Person. Eher schon seine Sache ist das Gespräch, das Sich-Unterhalten ĂĽber etwas. Eine Art filmisches Gespräch ist auch Heinz BĂĽtlers HENRI CARTIER-BRESSON. «Biographie eines Blicks» lautet dessen Untertitel und das ist Programm: Wer etwas ĂĽber Cartier-Bresson erfahren will, muss dessen Fotos anschauen. Gleichwohl ist Cartier-Bresson da. Ein alter Mann mit schönen, blassblauen Augen, vor sich BĂĽcher und Fotos. Er blättert, hält das eine oder andere hoch: Ein Liebespaar unter einem Regenschirm, zwei Männer an einer Mauer: Cartier-Bresson redet von der Ă„sthetik der Geometrie, der Kunst der richtigen Wahl. Man kennt seine Bilder, beginnt sie in BĂĽtlers Film nochmals neu zu entdecken. Kommentiert vom Fotografen, aber auch von anderen: Von Isabelle Huppert, die ĂĽber die Intensität des festgehaltenen Moments reflektiert. Von Arthur Miller, dem vor allem das Foto gefällt, das Marilyn Monroe in einer Drehpause von «Misfits» zeigt. Und vom Fotografen Elliott Erwitt, der erklärt, wie er dank Cartier-Bresson begriff, dass ein guter Fotograf nicht viel wissen, aber genau beobachten muss. In diesem Sinne ist HENRI CARTIER-BRESSON nicht nur das packende Werkporträt eines grossen Fotografen, sondern auch eine amĂĽsante Schule des Sehens.


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VERLEIH: NZZ Neue Medien

 

REGIE:
Heinz BĂĽtler
PRODUKTION:
Wolfgang Frei
Agnès Sire
DREHBUCH:
Heinz BĂĽtler
KAMERA:
Matthias Kälin
SCHNITT:
Anja Bombelli
TON:
Henri MaĂŻkoff
MUSIK:
J. S. Bach
W. A. Mozart
M. Ravel

LAND:
Schweiz
JAHR: 2003
LÄNGE: 72min