Eraserhead
  [nicht mehr im Kino - Release: 10. August 2017]
   
 

Ein Film von David Lynch • «David Lynch, der während seines Kunststudiums an der Pennsylvania Academy of Fine Arts Kurzfilme gedreht hatte, arbeitete fĂĽnf Jahre lang in Los Angeles an der Fertigstellung dieses SpielfilmdebĂĽts, das (zumeist nachts) auf 35-mm-Film und in Schwarzweiss gedreht wurde. Er war Drehbuchautor, Regisseur und Ausstatter in einem und zeichnete auch fĂĽr die wunderbar schmuddeligen Spezialeffekte. Es wirkt so, als hätte er die Experimentalfilm-Bewegung neu erfunden; wenn man sich diesen gewagt irrationalen Film anschaut, der sich fĂĽr die Logik der Träume interessiert, hat man fast das GefĂĽhl, einen europäischen Avantgarde-Gruselfilm der 20er- oder der frĂĽhen 30er-Jahre zu sehen. Da gibt es Bilder, die an Fritz Langs M, Cocteaus Le sang d’un poète und Buñuels Un chien andalou erinnern, und doch ist hier eine völlig neue Sensibilität am Werk. Lynch zieht uns in wurmige Angstzustände hinein. Die Zeit scheint komplett stillzustehen, wenn der Held Henry, dessen Haare wie unter Dauerschock in einer rechteckigen Afro-Tolle senkrecht aufstehen, durch Strassen zieht, die an jene erinnern, durch die Peter Lorre in M geschlichen ist. Henry scheint dem Unterbewusstsein des Zuschauers zu entspringen; er erlebt die schlimmsten Ă„ngste eines Mannes vor Brautwerbung, Ehe und Vaterschaft (sein Spross ist ein quäkendes Monstrum). Der schleppende, seltsame Rhythmus wirkt sehr verstörend und ist gewöhnungsbedĂĽrftig, und doch ist das ein ganz und gar verblĂĽffender, sinnlicher Film; er enthält sogar ein Element von Science-Fiction und ein paar schauerliche Musical-Einlagen, und die Tonspur ist ebenso originell und sonderbar wie die Bildsprache. Im zeitgenössischen Kino gibt es wohl nichts, was so gespenstisch erotisch wirkt wie der Augenblick, da Henry mit dem Mädchen von gegenĂĽber Ehebruch begeht und das Liebespaar in seinem Bett verfliesst – in der FlĂĽssigkeit verschwindet, bis nur noch die Haare der Frau obenauf treiben.» (Pauline Kael: 5001 Nights at the Movies, Marion Boyars 1993)


© 2017 -diverse-

VERLEIH: -diverse-

 

REGIE:
David Lynch
PRODUKTION:
David Lynch
CAST:
Jack Nance
Charlotte Stewart
Allen Joseph
Jeanne Bates
Judith Roberts
Laurel Near
V. Phipps-Wilson
DREHBUCH:
David Lynch
KAMERA:
Herbert Cardwell
Frederick Elmes
SCHNITT:
David Lynch
TON:
David Lynch
MUSIK:
David Lynch
AUSSTATTUNG:
David Lynch

LAND:
USA
JAHR: 1977
LÄNGE: 89min